„Motivation für Sporttalente“ lautete der Slogan des 80. Bundesfinales von Jugend trainiert für Olympia, das vom 19. bis 23. September 2010 in Berlin stattfand. Am größten Schulsportwettbewerb der Welt nahmen insgesamt etwa 800.000 Schülerinnen und Schüler teil.
„Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“ hieß es für die besten 400 Schulmannschaften, die in 16 verschiedenen Sportarten an den Start gingen. Jugend trainiert für Olympia soll die Jugendlichen für ein lebenslanges Sporttreiben motivieren. Häufig gelten Schulsportveranstaltungen auch als Sprungbrett für Training und Wettkampf im Sportverein. Dass die sportlichen Leistungen von Jugend trainiert für Olympia stets auf hohem Niveau sind, zeigt auch ein Blick in die Geschichte. Zahlreiche Spitzensportlerinnen und Spitzensportler wie Jens Filbrich, Franziska van Almsick oder Boris Becker durchliefen die Talentschmiede Jugend trainiert für Olympia.
Ein Blick in den Alltag vieler Schulen zeigt aber auch die Kehrseite der Medaille. Jede vierte Sportstunde fällt aus, die Lehrer sind überaltert, die Unterrichtsinhalte oft langweilig oder schlicht nicht mehr zeitgemäß. „Die üblichen drei Sportstunden pro Woche stehen nur auf dem Papier, werden aber nicht erteilt”, kritisierte der einstige DSB-Präsident Manfred von Richthofen die Verantwortlichen für die Bildungspolitik in den Ländern. Bereits die Ergebnisse der Schulsportuntersuchung „Sportunterricht in Deutschland“, einer DSB-SPRINT-Studie von 2004, erteilten dem Schulsport schlechte Noten und kritisierten den Sportunterricht an Deutschlands Schulen als unzureichend. Durch den Unterrichtsausfall und die Unattraktivität des Unterrichts kann der Sport seine Erziehungsaufgaben wie Gesundheitsförderung, Sozial- und Werteerziehung an allgemeinen, aber auch an Berufs- und Sonderschulen nicht zufriedenstellend erfüllen. Die Probleme sind hinlänglich bekannt, doch getan hat sich wenig.
DIE LINKE hat dazu Ideen. Durch ein Sportfördergesetz auf Bundesebene wollen wir länderübergreifende Mindeststandards im deutschen Schulsport einführen, welche den Unterrichtsbetrieb sowohl in einer verbesserten pädagogischer Qualität als auch in ausreichender Quantität sicher stellen würden. So könnten in Zukunft vielleicht nicht nur die Gymnasien der Eliteschulen des Sports, sondern auch die ein oder andere Haupt-, Real- oder Gesamtschule am Bundesfinale von Jugend trainiert für Olympia teilnehmen.