Hört man die Geschichte der B 19 im Vorübergehen, könnte man auf die Idee kommen, die Schildbürger hätten ein neues Kapitel bekommen. Wenn es nicht so ernst wäre! "Gesundheit kaputt, Haus kaputt, Vertrauen kaputt – Ortsumgehung jetzt" steht auf einem der inzwischen zahllosen Transparente, die in Wasungen entlang der Bundesstraße 19 die Fachwerkhäuser verhüllen.
Die Menschen in Wasungen sind der Possen, die sich in den vergangenen 40 Jahren rund um die Umgehungsstraße entwickelt haben, überdrüssig. Die Belastung durch Lärm und Abgase ist unerträglich geworden. Und das, obwohl die Umgehung inzwischen über ein bestandskräftiges Raumordnungsverfahren sowie eine abgeschlossene Planung für einen Tunnel nördlich der Stadt verfügt. Derzeit liegt der Schwarze Peter beim Thüringer Verkehrsministerium. Der zuständige Minister, Christian Carius (CDU), ließ der Stadt Wasungen in einem Schreiben mitteilen, dass im Thüringer Landeshaushalt für 2012 kein Geld für den Umgehungstunnel vorhanden ist.
Selbst kann die Stadt in das Verfahren nicht eingreifen, da die Verantwortung beim Land liegt, ein Teil des Geldes für die Bundesstraße kommt aber aus dem Haushalt des Bundesverkehrsministeriums.
Nur wie lange werden die Gelder dort noch zur Verfügung stehen? Diese Frage stellte sich bei der Veranstaltung, zu der der Vorsitzende der Linksfraktion im Wasunger Stadtrat, Fritz Jackstädt, am 19. Dezember auch den Landtagsabgeordneten der LINKEN im Thüringer Landtag, Frank Kuschel, und mich eingeladen hatte. Gekommen waren auch Stadträte, Mitglieder der Bürgerinitiative "Ortsumgehung jetzt!" sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung.
Das Thüringer Verkehrsministerium und der Bundesverkehrsminister werden in den nächsten Tagen Post von den Abgeordneten bekommen und einige unangenehme Fragen beantworten müssen. Es geht um die Gesundheit der Menschen in Wasungen – und da besteht dringender Handlungsbedarf!